Sieger Hornlauf 2019

Olympionikin Emma Pooley «fliegt» auf das Stanserhorn. Bei den Männern siegt Arnold Aemisegger aus Liechtenstein.

«Sie kam, lief und siegte», etwa so verlief bei den Frauen der 33. Stanserhorn-Berglauf. Die Siegerin Emma Pooley (36) aus Hausen am Albis war nicht einmal vorangemeldet, sondern entschied sich erst am Vortag, nach Stans zu reisen. Ohne je vorher auf dem Stanserhorn gewesen zu sein und ohne Streckenkenntnisse, wie sie gegenüber unserer Zeitung sagte. Mit 1:16.55 Stunden lief sie nur 52 Sekunden am Streckenrekord vorbei, den die Ennetbürgerin Lucia Hofmann seit 2012 inne hat. Lucia Hofmann startete dieses Jahr zwar als Favoritin, verlor aber auf Pooley über fünf Minuten (1:22,14) und wurde Zweite. Hervorragende Dritte bei den Frauen wurde die junge Flavia Stutz (23) aus Ufhusen mit einer Zeit von 1:25,11. «Ich mag Emma den Sieg von Herzen gönnen», sagte Lucia Hofmann.» Man glaubt es ihr, denn sie selber hat den Berglauf bereits dreimal gewonnen in den Jahren 2012, 2016 und 2017 und wurde mehrmals Zweite.

«Die Glasur auf dem Kuchen»
«Wer ist Emma Pooley?», fragten sich viele, welche diese kleine grazile Läuferin am Berg sahen, die selbst in den steilsten Passagen wie eine Gazelle lief. Mit 157 Zentimetern Körpergrösse und einem Gewicht von 48 Kilogramm hat sie ideale Voraussetzungen für den Berglauf. Aber das ist nicht etwa ihre bevorzugte Disziplin. Sie ist eine ehemalige Radrennfahrerin, Langstreckenläuferin, Duathletin und Triathletin, war Duathlon-Europameisterin (2017) und vierfache Weltmeisterin auf der Duathlon-Langdistanz (2014-2017). Emma Pooley ist in Grossbritannien aufgewachsen, studierte in Cambridge und war neun Jahre lang Profi-Velofahrerin. 2010 war sie britische Meisterin im Einzelzeitfahren und 2011/12 zweimal Weltmeisterin im Einzelzeitfahren. Gleich dreimal nahm sie unter britischer Flagge an Olympischen Spielen teil – in Peking, London und Rio de Janeiro. In die Schweiz kam sie, um an der ETH Zürich in Geophysik zu doktorieren. Auf ihren Sieg am Stanserhorn angesprochen, gibt sie sich ganz bescheiden und lobte das Ambiente. «Das ist ein wunderschönes Rennen.» Dass sie gewonnen habe, sei nur die «Glasur auf dem Kuchen», wie man in Grossbritannien zu sagen pflege. So klar wie bei den Frauen verlief das Rennen an der Spitze der Männer. Mit fast zwei Minuten Vorsprung gewann Arnold Aemisegger aus Liechtenstein (1:07,10). Der dreifache Sieger von 2014–2016 lief schon zu Beginn in der steilen Knirigasse an vorderster Front. «Der Start war ungewohnt schnell», sagte er im Ziel. Er sei aber bewusst sein eigenes Tempo gelaufen und so habe es komfortabel gereicht, so Aemisegger.

400 glückliche «Sieger» auf dem Horn
Auf dem zweiten Platz landete Jan Walter (42) aus Lenggenwil (SG) mit einer Zeit von 1:09,02, Dritter wurde Marino Capelli (23) aus Davos (1:09,39), Vierter Thomas Schilter (29) aus Rothenthurm (1:10,32). Hervorragende Kategoriensiege erreichten Avelino Näpflin (19) aus Beckenried bei den Junioren (1:12,01) und Bruno Joller (39) bei den Senioren 1 (1:13,17). Eine Sonderleistung gelang dem 50-jährigen Spitalarzt Alexander Kerber aus Kehrsiten. Mit 1:19.06 wurde er Zweiter in der Kategorie Senioren 3 (50–59 Jahre). Als Sieger fühlten sich aber auch die 15 Nationalliga-A-Spieler des Unihockey-Vereins Ad Astra Sarnen und letztlich alle rund 400 Läufer und Walker, welche das Ziel auf dem Stanserhorn erreichten.

Quelle: Luzernerzeitung Di 9.7.19

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